Die Geheimlehre Jesu

Über das Reich des unbekannten Vaters, 1. Teil


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Nag Hammadi Kodizes
Evangelium des Thomas

Wen meint Jesus eigentlich wirklich, wenn er über seinen unbekannten Vater spricht?

Ist von Jehova , dem alten Gott der Juden, die Rede?
Oder vielleicht doch von Metatron, „dem Herrn der Heerscharen“ ,

wie ihn heutige Esoteriker nennen?
"Weder noch," berichten uns die frühen Christen rund um Jesus.
Das Reich von dem Jesus tatsächlich erzählt hatte, und sein Vater, haben ihren Ursprung

weit vor allem, was wir Welt oder Götter nennen.
Und anders, als alle uns bekannten Götter,- Planeten,-oder Menschenwelten, denn auch diese kommen und vergehen, ist jenes Reich des unbekannten Vaters ewig

und wird darum auch weit nach allen uns bekannten Dimensionen bestehen.

.....folgen wir den Alten in das Reich des unbekannten Vaters

Ich habe die folgenden Textstellen aus verschiedenen Manuskripten, wie „Der Schrift ohne Titel“ dem  „ Apokryphon des Johannes“, oder auch dem „Dreiteiligen Traktat“ entnommen.
Sie beschreiben sie dieselbe Geschichte und fügen sich nahtlos ineinander.
Man braucht dieses größere Bild, um zu verstehen, welche Dynamik viel später durch das Erscheinen von Jesus ausgelöst werden wird.

Über den unbekannten Vater, die Wurzel des Seins



So antwortete Jesus seinem Jünger Johannes auf dessen Fragen, über die Entstehung des Alls, und über den unbekannten Vater:

Johannes, Johannes, warum wunderst du dich? Sein nicht kleinmütig.
Ich bin der, der mit euch ist, alle Zeit. Ich bin der Vater, ich bin die Mutter, ich bin der Sohn.
Nun bin ich gekommen, dich darüber zu belehren, was ist, was war und was sein wird, damit du alle Dinge kennst, welche nicht offenbar sind und welche offenbar sind, und über das
nichtwankende Geschlecht des vollkommenen Menschen..
Nun, deswegen erhebe dein Angesicht, damit du empfangen mögest, die Dinge, die ich dir heute sagen werde, damit du sie weitergibst an deine Gefährten des Geistes, die aus dem nichtwankenden Geschlecht des vollkommenen Menschen stammen.“


„Er ist mehr als Gott, da es keinen über ihm gibt, denn niemand ist Herr über ihn.
Denn er existiert nicht in irgendeiner Untergeordnetheit, denn alles existiert in ihm.
Denn er ist der, der sich selbst befestigt.
Er ist ewig, denn er braucht nichts. Denn er ist die ganze Vollendung.
Er ist unbegrenzbar, da es keinen gibt, der vor ihm ist.
Er ist unergründbar, da es dort keinen, der vor ihm ist, gibt, um ihn zu ergründen.
Er ist unmessbar, da es keinen, der vor ihm ist, gab, um ihn zu messen.
Er ist unsichtbar, da keiner ihn gesehen hat.
Er ist ewig, da er ewiglich existiert.
Er ist unaussprechbar, da keiner in der Lage war, ihn zu begreifen, um dann über ihn zu reden.

Er ist unbenennbar, da dort keiner ist, der vor ihm ist, um ihn zu benennen. 

Er ist nicht in Vollkommenheit noch in Seligkeit noch in Göttlichkeit,
sondern er ist weitaus vorzüglicher.
Er ist weder körperlich noch ist er unkörperlich.
Er ist weder groß noch ist er klein.
Er hat keinen Anteil, weder an den Äonen noch an Zeit.
Denn wer nämlich Anteil hat an einem Äon, diesen haben andere bereitet.
Man hat ihn nicht in eine Zeit eingeschlossen, denn er empfängt nicht von jemand anderem, denn es würde empfangen werden als Anleihe.
Denn der, der über allen steht,  hat keinen Mangel, damit er empfange von ihm.

Denn er ist der, der erwartungsvoll auf sich selbst blickt in seinem Licht.
Denn er ist groß.
Zu ihm gehört eine unermessliche Reinheit.
Er ist Ewigkeit, die Ewigkeit gibt.
Er ist Leben, das Leben gibt.
Er ist ein Seliger, der Seligkeit gibt.
Er ist Erkenntnis, die Wissen gibt.
Er ist Güte, die Güte gibt.
Er ist Erbarmen, das Erbarmen und Rettung gibt.
Er ist Gnade, die Gnade gibt.

Wie soll ich sprechen mit dir über ihn?
Denn sein Äon ist unvergänglich, er schweigt und existiert im Schweigen,
indem er ruht und vor allen Dingen ist.
Denn er ist das Haupt aller Äonen, und er ist der, der ihnen Stärke gibt in seiner Güte.
Denn er ist der, der sich anblickt in seinem Licht, welches ihn umgibt,
das ist die Quelle des lebendigen Wassers.
Und in jeder Gestalt nimmt er sein Bild wahr, indem er es in der Quelle des Geistes sieht.“

Über die Hervorbringung der Äonen -Fünfheit


 

DIE PRONOIA (Die Weisheit, die „voraus-wissend“ ist)

Und sein Gedanke  trat in Erscheinung vor ihm im Glanz seines Lichtes.
Das ist die erste Kraft, welche in Erscheinung trat aus seinem Denken.
Sie ist die Pronoia , die vollkommene Kraft, die das Abbilds ist, des unsichtbaren, jungfräulichen Geistes,  welcher vollkommen ist.
Diese erste Kraft gab Lobpreis dem vollkommenen Geist, der schweigt und existiert im Schweigen, denn seinetwillen war sie in Erscheinung getreten.
Sie wurde der Mutterschoß des Alls, denn sie ist die, die vor ihnen allen ist.

DIE ERST-ERKENNTNIS

Sie bat um Erkenntnis und der Geist stimmte zu.
So offenbarte sich die erste Ersterkenntnis. Und sie stellte sich hin mit der Pronoia und sie priesen ihn und seine vollkommene Kraft , da sie ihretwegen entstanden waren.

DIE UNVERGÄNGLICHKEIT

Sie bat, ihr Unvergänglichkeit zu gewähren, und er stimmte zu.
Als er zugestimmt hatte, offenbarte sich die Unvergänglichkeit, und sie stand zusammen mit dem Gedanken und der Ersterkenntnis, und sie priesen den Unsichtbaren und die Pronoia derentwegen sie entstanden waren.

DAS EWIGE LEBEN

Nun bat sie um ewiges Leben, und der Geist stimmte zu.
Und als er zugestimmt hatte, trat das ewige Leben in Erscheinung, und gemeinsam priesen sie die, derentwegen sie entstanden waren.

DIE WAHRHEIT

Sie bat, ihr Wahrheit zu geben. Und der unsichtbare Geist stimmte zu.

Das ist die Fünfheit der Äonen des Vaters:
Die Pronoia, die Ersterkenntnis, die Unvergänglichkeit, das ewige Leben und die Wahrheit.
Sie sind mannweiblich, darum sind sie die „Zehnheit der Äonen, welche der Vater ist.


Jesus, der erste Sohn, das Wort

DER  ERSTE SOHN, CHRISTUS,  DER VERSTAND

Er zeugte ein einziges Kind aus einem Lichtfunken in einer Seligkeitsgestalt.
Der unsichtbare, jungfräuliche Geist freute sich über das Kind.
Er salbte ihn mit seiner Güte des heiligen Geistes, bis er vollkommen wurde, indem er keinen Mangel hatte an irgendetwas.
Sofort, als dies geschehen war, pries das Kind, dieser Lichtfunke , den Heiligen Geist und die Pronoia, derentwegen er entstanden war. Und er bat um einen Mitarbeiter, -den Verstand.
Und als der unsichtbare Geist zugestimmt hatte, trat der Verstand in Erscheinung.
Aber alle diese entstanden in einem Schweigen.
Und der Verstand wollte durch das Wort ein Werk vollbringen.
So folgte das Wort diesem Willen.

DAS WORT, DAS ALL,  DIE WAHRHEIT

Wegen des Wortes hat er das All erschaffen, und so wurde er, der Christus vollendet,
und der jungfräuliche Geist machte ihn zum Haupt des Alls.
Er allein ist es, der den Namen des Vaters kennt, da er es ist, der den Namen des Vaters trägt.
Er ist der Wille, der Erstgedanke und das Leben.
So ist Christus als das einzige Kind des unbenennbaren Vaters und des unsichtbaren Geistes.

Er ist der Wille, der Erstgedanke und das Leben.
Er ist das Wort  damit er das All erschaffen werde
und mit ihm ist die Wahrheit, damit er das All erkennen werde.

Seine vier Kräfte sind die Äonen:                                                                                                                      das Verstehen, die Gnade, die Wahrnehmung und die Klugheit.


Und die Gnade gehört zu dem Erleuchter-Äon Armozel,
der der erste Engel ist.
Und es gibt aber drei weitere Äonen mit diesem Äon:
die Gnade, die Wahrheit, die Gestalt.

Der zweite Erleuchter ist Oriael,
der gesetzt wurde über den zweiten Äon.
Und es gibt aber drei weitere Äonen mit ihm:
die Epinoia , die Wahrnehmung, das Erinnern.

Und der dritte Erleuchter ist Daveithai,
der gesetzt wurde über den dritten Äon.
Es gibt aber drei weitere Äonen mit ihm:
die Verständigkeit, die Liebe, die Idee.

Und der vierte Äon aber wurde über den vierten Erleuchter Eleleth gesetzt.
Und es gibt aber drei weitere Äonen mit ihm:
die Vollkommenheit, der Friede, die Weisheit.

Diese sind die vier Erleuchter, und die zwölf Äonen, die sich zu Christus stellten,
durch den Willen und die Gabe des unsichtbaren Geistes.
Die zwölf Äonen aber gehören gehören zu dem Sohn, dem Autogenes.
Das All wurde eingerichtet nach dem Willen des Heiligen Geistes, die auch Pistis Sophia genannt wird, und durch den Autogenes, Christus.


Pigera Adamas, der erste Mensch

Aus der Ersterkenntnis des vollkommenen Verstandes, durch die Offenbarung des Willens des heiligen Geistes und durch den Willen des Autogenes

entstand der vollkommene Mensch als die erste Offenbarung und die Wahrheit.
Er ist es, den der jungfräuliche Geist den Pigera-Adamas nannte,
und er setze ihn über den ersten Äon mit dem Großen, dem Autogenes, dem Christus,

neben den ersten Erleuchter Armozel, und er erhielt eine geistige, unbesiegbare Kraft.

Und er setzte seinen Sohn Seth über den zweiten Äon, neben den Erleuchter Oriael.
Und in den dritten Äon, neben den Erleuchter Daveithai, wurde die Nachkommenschaft Seths und die Seelen der Heiligen  gesetzt.

Und in den vierten Äon, neben den Erleuchter Eleleth,

wurden die Seelen derer, die das Pleroma  noch nicht kannten, und die sich nicht in Eile bekehrten, gesetzt.

Diese sind die Geschöpfe, die den unsichtbaren Geist ehren.
                                 


Diese Illustration soll die vielen Informationen fürs erste kompakt zusammenfassen
Diese Illustration soll die vielen Informationen fürs erste kompakt zusammenfassen

Wie  aber kann man sich den „Himmel“ ,- dieses vollkommene Reich des Vaters nun vorstellen?
Im „Dreiteiligen Traktat“ findet sich eine wunderschöne Annäherung:


„Das ganze System der Äonen hat eine Liebe und ein Suchen nach dem vollkommenen, ganzen Finden des Vaters. Obwohl der Vater sich selbst offenbart hat, wollte er nicht, dass sie ihn erkennen, wobei er gewährt, dass er verstanden wird in der Weise, wie nach ihm gesucht werden soll, wobei er sein unaufspürbares, zuerst existierendes Wesen bewahrt.

Er hat ihnen ausgebreitet:
einen Glauben und ein Gebet zu dem, den sie nicht sehen,
und eine feste Hoffnung auf den, den sie nicht verstehen,
und eine zeugende Liebe, die in das hineinblickt, das sie nicht sieht,
und ein annehmbares Verständnis des ewigen Verstandes
und eine Seligkeit, das heißt: Reichtum und Freiheit,
und eine Weisheit dessen, der die Herrlichkeit des Vaters zu seinem Denken will.

Durch seinen Willen ist der Vater, der erhaben ist, erkennbar,
das heißt durch den heiligen Geist, der haucht in den Allheiten
und der sie auf die Idee bringt, nach dem Unbekannten zu suchen.
Dies gleicht der Art, wie einer herausgelockt wird durch einen Wohlgeruch,
um nach der Sache zu suchen, aus der der Duft entsteht,
da der Wohlgeruch des Vaters diese gewöhnlichen Gerüche übertrifft.
Denn seine Süße legt in den Äonen ein unaussprechbares Vergnügen nieder
und bringt sie auf die Idee, sich mit dem zu vermischen, der will, dass sie ihn erkennen
und dass sie einander helfen in dem Geist, der in sie gesät ist.

Er offenbarte sich selbst, obwohl es unmöglich ist, von ihm zu sprechen.
Durch seinen Geist, der die Spur der Suche nach ihm ist,
gibt er ihnen die Möglichkeit, ihn zu verstehen und über ihn zu sprechen.

Jeder der Äonen ist ein Name, das heißt jede seiner Tugenden und die Kräfte des Vaters,
der in vielen Namen existiert, in einer Mischung und Übereinstimmung miteinander.
Es ist möglich, über ihn zu sprechen wegen des Reichtums des Wortes,
ganz wie der Vater ein einziger Name ist, weil er ein einziger ist,
aber unzählbar ist in seinen Tugenden und Namen.
Das All existiert nicht getrennt von dem, der es gezeugt hat
sondern es ist wie ein Ausbreiten, indem der Vater sich ausbreitet zu denen, die er liebt,
damit die, die aus ihm hervorgekommen sind, auch wie er werden.“

                            (Auszug aus dem dreiteiligen Traktakt, NHC)


"Die Entstehung der archontischen Welt ", Teil 2 der Zusammenfassung